“The World’s Sweetest People” – Mit Hillary Clinton in Myanmar
Wir waren fast gleichzeitig mit Hillary Clinton in Burma, am letzten Tag unserer Pressereise trat sie ihren Staatsbesuch an. Es war der erste amerikanische Staatsbesuch auf dieser Ebene seit 50 Jahren und ein weltweit beachtetes Zeichen dafür, dass sich die Situation in Myanmar nach den letzten Wahlen langsam wandelt. Alle Burmesen, die ich bei unserer Reise traf , sind voller Hoffnung, dass es der neuen Regierung ernst ist mit dem Weg zu mehr Freiheit und Teilhabe.
Ein weiteres Zeichen, das Hoffnung macht, kommt vom Lonely Planet: Dessen Redakteure haben Burma als Nr 2 auf die Liste der Reiseländer gesetzt, die man 2012 unbedingt besuchen sollte. Orient-Express wusste das schon lange. Schon seit 15 Jahren ist das Unternehmen mit seinem Hotelschiff Road To Mandalay ein wichtiger Veranstalter im Land. Die drei-, vier- oder sieben-Tages Arrangements erschließen einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Burmas: die Königsstädte Bagan, Mandalay, Amarapura und Ava, das religiöse Zentrum des Landes, den Klosterberg Sagaing, Mount Poppa - komfortabel, ohne Koffer packen zwischendurch, mit einem Standortwechsel des Schiffes von Bagan nach Mandalay. Dabei legt die Road To Mandalay knapp 200 Flusskilometer zurück, und die Gäste sehen einen Ausschnitt des Lebens an dem großen Fluss, der als Lebensader des Landes gilt. Nur im August, gleich nach Ende der Regenzeit, geht die Road To Mandalay auf größere Fahrt in den Norden des Landes. 12 Tage dauert die Flussfahrt bis nach Bhamo, nahe der chinesischen Grenze.
Es war meine sechste Pressereise zur Road To Mandalay, und ich reise mit anhaltender Begeisterung in dieses Land. Was mich diese Mal besonders beeindruckt hat, war der Vortrag unseres Schiffsarztes Dr. Hla Tun, der mit großem persönlichem Engagement landesweit Gesundheits- und Schulprojekte initiiert, finanziert aus Spenden des Unternehmens und der Gäste. Seit dem Wirbelsturm Nargis 2008 hat er mit seinem medizinisch geschulten Team beispielsweise 62 Fahrten in das zerstörte Flussdelta unternommen und über 32.000 Patienten behandelt. Aber auch Waisenhäuser, Grund- und weiterführende Schulen im ganzen Land profitieren von seinem Engagement und dem Spendenaufkommen durch die Road To Mandalay. Immer wieder begeistert mich bei Reisen nach Burma die Abendstimmung auf der Shwedagon Pagode und der Sonnaufgang auf einer Pagode in Bagan.
Dieses Mal kamen sechs Heißluftballons aus der Morgendämmerung auf uns zugefahren. „Ballons over Bagan“ heißt dieses besondere Erlebnis – und es waren auch an diesem Morgen Gäste der Road To Mandalay an Bord. Sie erzählten später mit glänzenden Augen davon.
Unsere deutschsprachige Reiseleiterin Mimi hat auch diese Reise wieder mit ihrem wunderbaren Lächeln und ihrem großen Wissen über die burmesischen Geschichte und Kultur bereichert. Sie ist seit 15 Jahren an Bord der Road To Mandalay u.a. für die Betreuung der deutschsprachigen Gäste zuständig. Ihre fröhliche Gelassenheit bewahrt sie sich durch ihren tief verwurzelten buddhistischen Glauben und regelmäßiges Meditieren, das für die meisten Burmesen ein fester Bestandteil ihres Tagesablaufes.
„Beyond the attractions, there’s the fervently Buddhist locals, who might just be the world’s sweetest people“ – sagt der Lonely Planet
– und ich glaube, die Kollegen haben recht.




